Was ist das Bautri-System? Das stationäre Dreibein-Hebe- & Rettungsgerät einfach erklärt

Was ist das Bautri-System? Das stationäre Dreibein-Hebe- & Rettungsgerät einfach erklärt

Wer im Bauwesen, im Handwerk, im GaLaBau oder in der Industrie arbeitet, kennt die täglichen Herausforderungen: Schwere Lasten müssen bewegt werden, oft an Orten, die für schweres Gerät unzugänglich sind. Gleichzeitig stehen Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW vor der Aufgabe, Personen schnell und sicher aus Schächten oder Höhen zu retten. Ein Kran ist oft zu teuer, zu groß oder logistisch nicht machbar.

Genau hier schließt das Bautri-System die Lücke. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie mit diesem smarten System aus einfachen Baustützen ein professionelles Hebe- oder Rettungsgerät machen und warum es sich besonders für Anwender in Deutschland, Österreich und der Schweiz lohnt.

 


Was ist das Bautri-System?

Kurz gesagt: Das Bautri-System ist eine mobile Adapterlösung, die herkömmliche Baustützen in ein hochbelastbares, stationäres Dreibein verwandelt.

Das System gibt es in zwei spezialisierten Ausführungen:

Bautri Work: Für das Heben von Lasten (Material, Bauteile, Wurzeln).

Bautri Rescue: Für die Sicherung und Rettung von Personen (PSA-zertifiziert).

Das Konzept überzeugt durch Einfachheit: Anstatt teure Spezialausrüstung kaufen zu müssen, nutzen Sie Material, das auf Baustellen im DACH-Raum ohnehin Standard ist.

 


1. Die Grundidee: Clever kombiniert statt schwer geschleppt

Die Genialität des Systems liegt in seiner Modularität. Das Bautri-System nutzt handelsübliche Baustützen nach DIN EN 1065. Diese werden mithilfe des speziellen Bautri-Kopfes und passenden Füßen zu einem statisch stabilen Dreibein verschraubt.

Im Zentrum entsteht ein zentraler Anschlagpunkt. Hier hängen Sie je nach Einsatzzweck ein Hebezeug (z. B. Kettenzug) oder ein Höhensicherungsgerät ein.

Wichtiger Hinweis zur Anwendung: Das Bautri-System ist für den stationären Einsatz konzipiert. Es dient dazu, Lasten an Ort und Stelle zu heben, zu halten oder zu senken. Zwar gibt es optionale Rollen, diese dienen jedoch nur dem Rangieren des leeren Systems oder sehr leichter Lasten. Es ist kein Ersatz für einen fahrbaren Mobilkran.

 


2. Aufbau & Komponenten – Robust und Logisch

Das System besteht aus drei Hauptkomponenten, die perfekt ineinandergreifen:

Der Kopf: Das Herzstück

Der Bautri-Kopf verbindet die drei Stützen zu einem stabilen Dreieck. Er sorgt für die statische Sicherheit und bietet den zentralen Anschlagpunkt. Bei der Variante Rescue ist dieser Punkt speziell für die Personensicherung zertifiziert (PSA gegen Absturz).

Die Beine: Standard-Baustützen

Hier liegt der große wirtschaftliche Vorteil für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Statt teurer Spezialbeine nutzt Bautri genormte Baustützen.

Vorteil: Die Stützen sind oft bereits im Lager vorhanden oder können überall kostengünstig gemietet werden.

Flexibilität: Durch verschiedene Stützenlängen lässt sich die Arbeitshöhe variieren.

Die Füße: Sicherer Stand auf jedem Untergrund

Ob auf Pflaster, Asphalt, Wiese oder im unbefestigten Gelände: Die Fußelemente leiten die Kraft sicher in den Boden. Sie schonen empfindliche Untergründe (wichtig im GaLaBau) und sorgen für Stabilität.

 


3. Bautri Work vs. Bautri Rescue – Welches System für wen?

Um die Sicherheit zu gewährleisten, ist eine strikte Trennung der Anwendungsbereiche notwendig.

 

🏗️ Bautri Work – Für Lasten

Dieses System ist der starke Helfer für Bauunternehmen, Handwerker, GaLaBau-Betriebe und kommunale Bauhöfe.

Einsatzgebiete:

Ziehen von Wurzeln und Baumstümpfen (ohne Bagger!).

Setzen von Findlingen und Natursteinen.

Einheben von Schachtteilen oder Stahlträgern.

Wartung von schweren Maschinen in engen Hallen oder Kellern.

Fokus: Reine Sachlasten. Nicht für Personen zugelassen.

 

🚒 Bautri Rescue – Für Leben

Das System für Feuerwehren, THW, Höhenrettungsgruppen und Industriebetriebe mit Gefahrenbereichen (Silos, Tanks, Kanäle).

Einsatzgebiete:

Schachtrettung (z. B. aus der Kanalisation).

Sicherung von Einsatzkräften an Absturzkanten.

Rettung aus engen Behältern in der Industrie.

Fokus: Zertifizierter PSA-Anschlagpunkt zur Personensicherung und Rettung.

 


4. Praxisbeispiele: So läuft der Einsatz ab

Wie sieht das Arbeiten mit dem Bautri in der Praxis aus? Hier zwei Szenarien:

Szenario A: GaLaBau (Wurzelentfernung im Privatgarten)

Ein Bagger kommt nicht in den Reihenhausgarten oder würde den Rasen zerstören.

Aufbau: Das Dreibein wird aus drei Stützen, Kopf und Füßen direkt über dem Baumstumpf verschraubt.

Anschlagen: Ein Kettenzug wird eingehängt, die Rundschlinge um die Wurzel gelegt.

Heben: Die Wurzel wird senkrecht nach oben gezogen, bis sie sich löst.

Ergebnis: Kein Flurschaden, kein Lärm, minimale Kosten.

Szenario B: Feuerwehr (Personenrettung aus Schacht)

Eine Person ist in einen Wartungsschacht gestürzt. Schnelligkeit zählt.

Aufbau: Das Bautri Rescue wird stationär über der Schachtöffnung platziert.

Sicherung: Das Rettungsgerät (Höhensicherungsgerät mit Hubfunktion) wird am Kopf eingehängt.

Rettung: Ein Retter wird gesichert abgelassen, die verunfallte Person wird kontrolliert nach oben gezogen.

Ergebnis: Normgerechte Rettung mit einem System, das auf jedem Rüstwagen Platz findet.

 


5. Fazit: Für wen lohnt sich das Bautri-System im DACH-Raum?

Das Bautri-System ist die Antwort auf die Frage: "Wie heben wir das, ohne einen Kran zu bestellen?"

Für KMU im Bau & Handwerk: Es macht Sie unabhängig von Großgeräten und spart Mietkosten.

Für Kommunen & GaLaBau: Es ermöglicht Arbeiten auf sensiblen Flächen ohne Flurschäden.

Für BOS (Feuerwehr/THW): Es bietet eine kosteneffiziente, schnell einsatzbereite Alternative zu großen Drehleitern oder Kranwagen, insbesondere an schwer zugänglichen Orten.

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