Bautri Ratgeber
Studie: Drohnenschutz aus Baustützen – Netze ohne Eingraben, auch auf Asphalt
30.11.2025· Oliver Kümmel

Studie: Dieser Beitrag stellt eine Überlegung vor. Für den Einsatz des Bautri-Systems als Netzträger gibt es noch keine Einsatzreferenz und keine Erfahrungswerte. Bilder und Video sind Konzeptdarstellungen.
In Konfliktgebieten werden Straßen und kritische Infrastruktur mit Netzen vor FPV-Drohnen geschützt – meist an eingegrabenen Holzpfählen. Das ist einfach und wirksam, aber aufwendig. Und auf Asphalt, Beton oder verdichtetem Boden lässt sich kein Pfahl eingraben.
Die Idee: Statt Holzpfählen tragen handelsübliche Baustützen die Netze – verbunden mit dem Bautri-System zu stabilen Masten.
Video (47 s, mit Ton): Aufbau, Netzspannen und Drohnenfang – Flächenschutz und Portal-Netzzelt. Konzeptdarstellung.
Auf einen Blick
- Baustützen sind weltweit in großer Zahl verfügbar, günstig und sehr stabil.
- Kein Bohren, kein Fundament – steht auf jedem tragfähigen Untergrund, auch auf Asphalt und Beton.
- Gefälle ausgleichen: jede Stütze einzeln teleskopierbar, die Kopfplatten stehen waagerecht.
- Höhe: im Beispiel ca. 5,5 m Netzoberkante, mit 4-m-Stützen rechnerisch bis ca. 8 m.
- Wiederverwendbar: nach dem Einsatz sind die Stützen wieder normale Baustützen.
Vom Dreibein zum Netzmast
Der Bautri-Adapter verbindet drei Baustützen nach EN 1065 zu einem Dreibein. Auf die Kopfplatte wird eine vierte Stütze senkrecht aufgesetzt und verschraubt – fertig ist der Mast. Weil jede Stütze einzeln ausgefahren wird, gleicht das System das Gefälle von Höfen und Stellflächen aus. Die Fläche bleibt unversehrt.
Standsicherheit: Ballast bei Bedarf
Zieht ein Treffer oder Wind am Netz, wollen die Masten nach innen kippen. Dafür kann am zentralen Anschlagpunkt unter der Kopfplatte ein Gewicht hängen – am einfachsten ein Wasserfass: leer transportiert, vor Ort befüllt, Rückbau durch Entleeren. Weil es mittig im Dreibein wirkt, stabilisiert es in alle Richtungen. Ballastmenge, Netz- und Windlasten sind im Einzelfall auszulegen.
Variante 1: Flächenschutz
Vier Masten stehen an den Ecken der zu schützenden Fläche, etwa über Containern, Material oder Technik. Randseile verbinden die Mastspitzen, darüber liegt ein Dachnetz, an allen Seiten hängen Netze bis zum Boden. Für Zufahrten lässt sich eine Seite als Vorhang öffnen.
Variante 2: Portal-Netzzelt für Fahrzeuge und Eingänge
Zwei Masten stehen sich als Portal gegenüber. Zwischen den Spitzen läuft ein Firstseil, das Netz fällt wie ein Zelt rundum bis zum Boden und wird mit Sandsäcken beschwert. So lassen sich Fahrzeuge, Eingänge und Zufahrten schnell abdecken.

Einordnung
Netze sind eine Schutzschicht unter mehreren, zusammen mit Früherkennung und – wo zulässig – elektronischen Gegenmaßnahmen. Geprüft ist das Bautri-System in der 4-m-Konfiguration ohne vierte Stütze (DEKRA, 25 kN Zug/Druck). Die Netzträger-Konfiguration ist nicht geprüft – sie ist eine Studie, die wir gern gemeinsam mit Anwendern in einem Pilotversuch erproben.
Häufige Fragen
Warum Baustützen statt Holzpfählen?
Baustützen sind weltweit verfügbar, schnell aufgebaut und brauchen kein Fundament. Damit funktioniert der Netzschutz auch dort, wo man nicht graben kann oder darf.
Wie hoch kann das Netz hängen?
Im gezeigten Beispiel liegt die Netzoberkante bei etwa 5,5 m. Mit 4-m-Stützen und aufgesetzter vierter Stütze sind rechnerisch bis etwa 8 m möglich.
Was hält die Masten bei Wind oder Treffern?
Bei Bedarf Ballast am zentralen Anschlagpunkt, zum Beispiel ein befülltes Wasserfass. Die Auslegung erfolgt im Einzelfall.
Ist das System für diesen Einsatz geprüft?
Nein. Die DEKRA-Prüfung betrifft die 4-m-Konfiguration ohne vierte Stütze. Der Einsatz als Netzträger ist eine Studie ohne Einsatzreferenz.
Interesse an einem Pilotversuch oder Hinweise aus der Praxis? Sprechen Sie uns an.