Zertifizierung und Normen – das Bautri-System einfach erklärt
Für Bau, GaLaBau, Industrie & Rettung im DACH-Raum
Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz mit Lastenhebung oder Personensicherung zu tun hat, kommt um das Thema Normen und Zertifizierung nicht herum. Gleichzeitig sorgt der „Normen-Dschungel" (EN 795, EN 1065, Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, PSA…) oft für Fragezeichen.
Dieser Artikel erklärt verständlich, welche Normen das Bautri-System erfüllt, warum das wichtig ist – und was das ganz konkret für Bautri Work und Bautri Rescue im Alltag von KMU, GaLaBau, Bauunternehmen, Feuerwehren und THW bedeutet.
1. Kurzüberblick: Welche Normen spielen bei Bautri eine Rolle?
Beim Bautri-System greifen im Kern drei Normen- bzw. Rechtsbereiche ineinander:
Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
– regelt u. a. Lastaufnahmemittel und Hebezeuge
– relevant für die Funktion „Heben und Stützen von Lasten" (Bautri Work & Rescue).
EN 795 B & CEN/TS 16415
– Normen für PSA-Anschlagpunkte (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz)
– relevant für die Funktion „Personensicherung" (nur Bautri Rescue).
EN 1065
– regelt die Anforderungen an Bau- und Schalungsstützen
– wichtig, weil das Bautri-System bewusst mit standardisierten Stützen arbeitet.
Dazu kommt ein unabhängiger Prüfpartner: DEKRA. Die Prüfberichte und Zertifikate belegen, dass Bautri die genannten Anforderungen erfüllt.
2. Bautri Work: Zertifiziertes Lastaufnahmemittel nach Maschinenrichtlinie
Bautri Work ist die Variante für Lastenheben und Stützen – z. B. für:
- Baumwurzel- und Wurzelstock-Entfernung
- Versetzen von Steinen/Findlingen
- Heben von Maschinen und Bauteilen im Bau und in der Industrie
CE & Maschinenrichtlinie
Bautri Work ist:
- DEKRA-geprüft und CE-zertifiziert
- speziell für das Heben und Stützen von Lasten nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG zugelassen
In der Praxis heißt das:
Bautri Work gilt rechtlich als Lastaufnahmemittel mit dokumentierter Tragfähigkeit und Sicherheitsfaktoren. Betriebe im DACH-Raum können das System sauber in ihre Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen und DGUV-Unterlagen einbinden.
Traglast & DEKRA-Prüfung
Auf der Seite „Zertifizierung & Qualität" werden zwei Stützenklassen der EN 1065 beschrieben, die im DEKRA-Test geprüft wurden:
B40-Stützen, 4 m Höhe
- geprüft mit 38 kN (≈ 3,8 t) Zuglast über 3 Minuten
- freigegeben für 2,5 t zulässige Last (Sicherheitsfaktor 1,5)
BD35-Stützen, 3,5 m Höhe
- geprüft mit 50 kN (≈ 5,0 t) Zuglast über 3 Minuten
- freigegeben für 3,3 t zulässige Last (Sicherheitsfaktor 1,5)
Deshalb kommuniziert Bautri für Work & Rescue eine maximale Last von bis zu 3,3 t, wenn geeignete BD-Stützen verwendet werden.
Wichtig für die Praxis:
Die zertifizierte Tragfähigkeit gilt nur in Verbindung mit den in der Dokumentation genannten Stützenklassen und -längen. „Irgendwelche alten Stützen" sind keine Option – die Norm EN 1065 und die Bautri-Freigaben müssen zusammenpassen.
3. Bautri Rescue: PSA-Anschlagpunkt nach EN 795 B / CEN/TS 16415
Bautri Rescue ist die Variante für Personensicherung und Rettung, z. B. für:
- Schachtrettung (Feuerwehr, THW, Werkfeuerwehr)
- Höhen- und Tiefenrettung
- Absturzsicherung an Kanten, Schächten, Gruben
Normen für PSA-Anschlagpunkte
Bautri Rescue ist:
- ein Rettungsdreibein nach EN 795 B
- zusätzlich nach CEN/TS 16415 für Anschlagpunkte mit mehreren gleichzeitig gesicherten Personen zertifiziert
- EU-baumustergeprüft durch DEKRA
Die Zertifizierung erlaubt die Personensicherung von bis zu 3 Personen gleichzeitig (z. B. zwei Einsatzkräfte plus eine zu rettende Person).
Gleichzeitig erfüllt Bautri Rescue – wie Work – die Anforderungen der Maschinenrichtlinie für das Heben von Lasten bis 3,3 t.
Damit hat Bautri Rescue eine Doppelfunktion:
- PSA-Anschlagpunkt für Menschen
- Lastaufnahmemittel für Lasten
Für Organisationen wie Feuerwehren, THW, BOS und Industriebetriebe im DACH-Raum ist das ein starkes Argument:
Man bekommt ein zertifiziertes Rettungsdreibein, das zusätzlich als Last-Dreibein genutzt werden darf – mit sauberer Dokumentation.
4. EN 1065: Warum die richtigen Stützen so wichtig sind
Ein Alleinstellungsmerkmal von Bautri ist die Nutzung von Baustützen nach EN 1065. Die Norm legt u. a. fest:
- Tragfähigkeit
- zulässige Längen
- Sicherheitsreserven
Auf der Seite „Aufbauanleitung & passende Stützen" erklärt Bautri den Unterschied:
Klasse B
- gutes Verhältnis aus Gewicht, Preis und Auszugslänge
- zugelassene Zugbelastung: bis 2,5 t bei Systemhöhe bis 4,0 m
Klasse BD
- höhere Tragfähigkeit bei etwas höherem Gewicht
- zugelassene Zugbelastung: bis 3,3 t bei Systemhöhe bis 3,5 m
Für Anwender heißt das:
- Wer bis 2,5 t arbeiten will, kann mit korrekt ausgewählten B-Stützen arbeiten.
- Wer das Maximum von 3,3 t nutzen möchte, setzt auf BD-Stützen bis 3,5 m.
Die Norm EN 1065 und die DEKRA-Prüfung hängen also direkt zusammen – und erklären, warum Bautri klare Grenzen kommuniziert.
5. Was sagen die Prüfungen konkret aus?
Auf der Seite „Zertifizierung & Qualität" sind die wesentlichen Tests zusammengefasst:
a) Test der maximalen Zugbelastung (Lasten)
- Belastung der Stützen mit definierten Kräften (38 kN / 50 kN) über mehrere Minuten
- Auswertung von Verformung, Stabilität und Sicherheit
- Ableitung der zulässigen Arbeitslast (2,5 t bzw. 3,3 t) mit Sicherheitsfaktor 1,5
b) Test Personensicherung (PSA)
- Tests mit EN-1065-Stützen der Klasse B, 4 m Länge
- Simulation verschiedener Belastungssituationen (statische und dynamische Kräfte)
- Ergebnis: Zertifizierung von Bautri Rescue für Personensicherung bis 3 Personen nach EN 795:2012 Typ B und CEN/TS 16415:2017
Diese Tests werden bei DEKRA als unabhängiger Prüforganisation durchgeführt – ein Pluspunkt in der Argumentation gegenüber Sicherheitsfachkräften, Behörden und Berufsgenossenschaften.
6. Was bedeutet das für Betriebe & Organisationen im DACH-Raum?
Für Bau, GaLaBau & Industrie (Bautri Work)
- Rechtssichere Basis für Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen
- Klar definierte maximale Traglasten je nach Stützenklasse und -länge
- Nachweisbare Qualität (CE, DEKRA, EN 1065) – wichtig bei BG- oder Versicherungsnachfragen
- Gut argumentierbar gegenüber Kunden und Auftraggebern („DEKRA-geprüft, CE-zertifiziert")
Für Feuerwehren, THW & BOS (Bautri Rescue)
- Normkonformes Rettungsdreibein nach EN 795 B / CEN/TS 16415
- Mehrpersonen-Anschlagpunkt (bis 3 Personen) – relevant für komplexe Lagen
- Doppelrolle: PSA-Anschlagpunkt & Lastenhebemittel mit Maschinenrichtlinienkonformität
- Einfache Integration in Dienstanweisungen, DV 500, FwDV, DGUV-Regeln und internen Schulungsunterlagen
7. Typische Fragen aus der Praxis – kurz beantwortet
„Darf ich mit Bautri Work Personen sichern?"
Nein. Bautri Work ist nicht als PSA-Anschlagpunkt zertifiziert. Für Personensicherung ist nur Bautri Rescue zugelassen.
„Muss ich bestimmte Stützen verwenden?"
Ja. Nur Stützen, die den Spezifikationen (EN 1065, Klasse, Länge, Lochbild) und den Freigaben von Bautri entsprechen, sind zulässig. Alte, verbogene oder manipulierte Stützen sind tabu.
„Reicht die CE-Kennzeichnung allein?"
Die CE-Kennzeichnung zeigt, dass der Hersteller die Anforderungen der Maschinenrichtlinie erfüllt. In Kombination mit DEKRA-Prüfberichten und klarer Dokumentation ist Bautri besonders gut für Audits und Nachweise aufgestellt.
8. Fazit: Zertifiziertes System statt Eigenkonstruktion
Gerade im DACH-Raum, wo BG-Vorschriften, DGUV-Regeln und Haftungsfragen eine große Rolle spielen, ist der Unterschied zwischen „funktioniert irgendwie" und „ist normgerecht zertifiziert" entscheidend.
Bautri Work
→ CE- und DEKRA-geprüftes Lastaufnahmemittel nach Maschinenrichtlinie, in Kombination mit EN-1065-Stützen bis 3,3 t.
Bautri Rescue
→ Rettungsdreibein nach EN 795 B / CEN/TS 16415 für bis zu 3 Personen plus Lastenheben bis 3,3 t – geprüft und zertifiziert.
Mit Bautri setzen Betriebe und Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht auf improvisierte Lösungen, sondern auf ein DEKRA-geprüftes, CE-zertifiziertes und normkonformes System, das sowohl beim Lastenheben als auch bei der Personensicherung klar definierte Regeln erfüllt.